Duales Studium in München? Nach 300 Kilometern rechts abbiegen bitte!

Duales Studium in München? Nach 300 Kilometern rechts abbiegen bitte!

Noch vor wenigen Monaten besuchte ich ein Gymnasium in Baden Württemberg und wohnte in einem Dorf in Nord-Bayern, gut 300 Kilometer von München entfernt. Nun arbeite ich bei genua, wohne in München und fange ein Duales BWL-Studium an. Mein Leben hat sich in letzter Zeit ziemlich verändert, oder? Wie kam es also dazu, dass ich in eine relativ weit entfernte Stadt zog und mich für ein Duales Studium bei genua entschied? Ich kann nicht sagen, dass mein Weg hierher gradlinig war, vielmehr führten viele kleine und größere Entscheidungen dazu.

Ausbildung oder doch lieber Studium?

Vor etwa zwei Jahren war ich noch der festen Überzeugung, nach meinem Abitur eine Ausbildung in der Nähe zu absolvieren. Ich dachte, dass ich bestimmt genug von der täglichen Schule haben würde. Außerdem erschien mir das Studium immer als weit entfernt und ziemlich schwer. Alle in meiner näheren Verwandtschaft hatten eine Ausbildung dem Studium vorgezogen und so schien es mir natürlich, selbst auch diesen Weg einzuschlagen. Doch mit der Zeit begann mich das Studium anzulächeln. Ich wollte einen höheren Schulabschluss erreichen und meine Grenzen austesten. Also entschied ich mich letztendlich für ein Duales Studium.

Dieses bietet mir die Möglichkeit zu studieren und gleichzeitig praktische Erfahrungen in einem Unternehmen zu sammeln – bei einem festen monatlichen Einkommen. Es war für mich eine gute Alternative, da es ein Mittelweg zwischen Ausbildung und Studium ist.

Großstadt vs. LandKulissenwechsel: Mit dem Dualen Studium zog ich vom Land in die Großstadt München

Duales Studium – aber als was und wo?

Etwa zeitgleich merkte ich, dass ich nicht ewig auf dem Land leben möchte und auch das Stadtleben – zumindest für einige Jahre – ausprobieren will. Außerdem ist es nicht gerade leicht, eine Hochschule auf dem Land zu finden. Natürlich hätte ich in die nächstgelegene, größere Stadt ziehen können, aber ich wollte etwas Neues kennenlernen und außerdem bat mich meine Schwester, nach München zu kommen. Sie war selbst erst wenige Jahre zuvor dorthin gezogen und freute sich schon darauf, mit mir zusammenzuwohnen. Zu München hatte ich schon immer einen Bezug, da Teile meiner Familie dort wohnen und ich sie ab und zu besucht habe. Da mir die Stadt nicht ganz fremd war und ich schon einige Leute kannte, fiel mir die Entscheidung, von Zuhause wegzuziehen, nicht ganz so schwer.

Die große Frage war jetzt nur noch: In welchem Bereich möchte ich studieren? Da ich ein Wirtschaftsgymnasium besuchte und mir BWL auch wirklich Spaß macht – zumindest meistens, erschien es mir sinnvoll, diesen Bereich zu wählen. Zudem habe ich in den letzten drei Jahren so viel für dieses Fach gelernt – mehr als für jedes andere – und ich wollte auf gar keinen Fall, dass diese Anstrengungen umsonst waren. Als nächstes begann ich, mich nach Hochschulen und deren Partnerunternehmen umzusehen und verschickte einige Bewerbungen an Unternehmen, die vielversprechend und interessant wirkten.

Von genua wurde ich dann zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Mein jetziger Gruppenleiter ging mit mir einige Fragen durch von "Wie bist du auf genua gekommen?" über "Was weißt du bereits über unser Unternehmen?" bis hin zu meinem Umgang mit Konflikten. Dabei bot er mir genügend Zeit, selbst ein paar Fragen zu stellen und stellte mir das Unternehmen näher vor. Trotz meiner Aufregung war die Atmosphäre freundlich und teilweise sogar locker.

genua fördert den Respekt und Teamgeist untereinander und möchte auch nicht, dass Mitarbeiter übermäßig Überstunden machen. Diese sozialen Arbeitsbedingungen und der wachsende Bereich IT-Sicherheit sprachen mich an und so freute ich mich, als ich nur kurze Zeit später eine Zusage erhielt. Aber wie ist das zeitlich geregelt? Wann bin ich im Betrieb und wann studiere ich? Im Moment absolviere ich zuerst einmal für einige Monate ein Vorpraktikum und anschließend studiere ich an der Hochschule. Dabei bin ich nach Möglichkeit einen Tag pro Woche sowie die gesamten Semesterferien im Unternehmen.

Habe ich den richtigen Weg gewählt?

Ich arbeite nun seit dem ersten August 2014 in der Marketingabteilung von genua und auch wenn ich mich an das Arbeitsleben im Allgemeinen erst gewöhnen muss, macht es mir bisher Spaß. Bereits in den ersten Tagen hier habe ich neben meiner Einarbeitung ein eigenes Projekt zugeteilt bekommen und wenn ich nicht weiter wusste, konnte ich meine Kollegen jederzeit mit Fragen löchern. Besonders gut gefällt mir das Arbeitsklima, da alle freundlich sind und einander respektieren. Auch gibt es flexible Arbeitszeiten, so soll jeder zwar zur gängigen Geschäftszeit von neun bis 16 Uhr da sein, kann aber selbst entscheiden, ob er morgens um acht oder neun Uhr anfängt, solange er seine festgelegten Stunden pro Woche arbeitet, bei Terminen anwesend ist und sich mit seiner Abteilung abspricht.

In den nächsten Monaten werde ich viele neue Leute kennenlernen und Erfahrungen sammeln, sowie verschiedene kaufmännische Abteilungen von genua, wie beispielsweise den Vertrieb, durchlaufen. Und auch wenn ich Angst vor den Veränderungen habe, freue ich mich darauf. Denn eine Straße verläuft nicht immer nur stur geradeaus. Jede Gabelung, jede Kreuzung und jeder Kreisverkehr führt dazu, dass man unter verschiedenen Möglichkeiten wählen muss. Entscheidungen, die manchmal falsch sind oder zu Umwegen führen, aber doch Erfahrung bringen und schlussendlich ans Ziel führen.

Ich befinde mich gerade mal auf der zweiten, vielleicht sogar schon dritten Etappe und bin gespannt, wo ich in den nächsten Monaten und Jahren noch überall abbiegen werde. Doch im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden mit meinem bisherigen, ganz eigenen Weg.

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Bildquellen: © Silke Koch, stockWERK, magann - Fotolia.com


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