Immer am Ball bleiben - meine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt

Immer am Ball bleiben - meine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt

Schule, Ausbildung, Beruf – und dann? Diese Frage stellt man sich gerade in der heutigen Zeit. Schließlich wird doch das Schild "Fachkräfte – Weiterbildung – Studium" so hoch gehalten. Um nach der Ausbildung nicht stehen zu bleiben und den Horizont zusätzlich zur beruflichen Erfahrung zu erweitern, habe ich mich für eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt IHK neben dem Beruf entschieden. Ob es die richtige Entscheidung war, lesen Sie in diesem Artikel.

Nach meiner Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation bei genua bin ich nun schon gut zwei Jahre in der Vertriebsabteilung. Dort betreue ich mit Kollegen den Bereich "öffentliche Auftraggeber" des Unternehmens.

Wenn man "nur" eine Ausbildung gemacht hat, stellt man sich gerade heute die Frage, ob das reicht. In einer so fachkräftegetriebenen Arbeitswelt hat man die Befürchtung, den immer stärker wachsenden Anforderungen dauerhaft nicht gerecht zu werden. In diesem Moment mag der Wissensstand einem selbst reichen und auch der Arbeitgeber ist zufrieden. Aber was, wenn man einmal selbst weiter hinaus möchte? Was, wenn man doch noch studieren will? Was, wenn ...

Mit diesen Gedanken im Kopf und dem Selbstanspruch, mich weiterzubilden, ging ich auf die Suche nach einer passenden Weiterbildungsmöglichkeit. Nach längerer Recherche und vielen Gesprächen mit Freunden und Bekannten entschied ich mich für den "Geprüften Wirtschaftsfachwirt IHK". Vom Stellenwert ist dieser vergleichbar mit dem "Meister", nur eben im kaufmännischen Bereich.

Wirtschaftsfachwirt IHK in München

In der Kursbeschreibung der Industrie- und Handelskammer (IHK) hieß es "ca. 630 Unterrichtsstunden (berufsbegleitend)". Eine respekteinflößende Zahl – ist jedoch zu schaffen. Die zu prüfenden Fächer umfassten neben Volks- und Betriebswirtschaftslehre auch Rechnungswesen, Recht und Steuern sowie Unternehmensführung. Das ist aber nur der erste Prüfungsteil. Der zweite sollte die Fächer betriebliches Management, Investition, Finanzierung sowie betriebliches Rechnungswesen, Controlling, Marketing, Vertrieb und Logistik umfassen. Ein straffes Programm wurde prophezeit – und eingehalten.

Man konnte sich für die Variante "Unterricht an zwei Tagen unter der Woche" oder "Freitag und Samstag" entscheiden. Da mir mein Wochenende, gerade bei meiner Tätigkeit im Vertriebsaußendienst, heilig ist, entschied ich mich für die Variante mit zwei Unterrichtstagen unter der Woche.

Dies hieß nun in der Praxis, über einen Zeitraum von zwei Jahren jeden Dienstag und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr in der IHK München Ost die Unterrichtseinheiten zu absolvieren. Außerdem waren Zeiten für die Prüfungsvorbereitung einzuplanen. Zwischendurch gab es auch mal Schulferien, zwar keine so langen, aber immerhin.

Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt IHKEnger Terminplan: Messen und Kundentermine sind stets mitten unter der Woche, doch auch meine Unterrichtsstunden musste ich wahrnehmen

Beruf & Studium: Das geht!

Wie Sie sich sicher vorstellen können, finden die meisten Kundentermine in der Arbeitswelt nicht an Montagen oder Freitagen statt, sondern an den Tagen dazwischen. Eine entsprechende Terminkollision mit den Unterrichtstagen war somit nicht zu vermeiden.

Damit ich nicht zu viel Unterrichtsstoff verpasse, wurde hier flexibel versucht, auf die Situation zu reagieren. Meetings wurden soweit möglich verschoben oder von Kollegen übernommen.

Um trotzdem das erhöhte Arbeitspensum durch Weiterbildung und Beruf zu schaffen, unterstützte mich genua: So war es möglich, meine Arbeitszeit zu reduzieren, um den Unterricht an der IHK wahrnehmen zu können. Darüber hinaus konnte ich sehr flexibel Urlaub oder angesammelte Überstunden nehmen.

Die zeitweise extreme Belastung durch die Kombination von Arbeit und Weiterbildung ließ mich von Zeit zu Zeit zweifeln. War die berufsbegleitende Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt IHK wirklich die richtige Entscheidung? Doch aus ein paar Kommilitonen wurden schnell gute Freunde, durch die gegenseitige Unterstützung und auch den privaten Rückhalt war an einen Abbruch nicht zu denken.

Geschafft!

630 Unterrichtsstunden später standen Ende April die Abschlussprüfungen vor der Tür. Sollten die Ergebnisse im Juli positive Nachrichten mit sich bringen, schließe ich mit einer letzten mündlichen Prüfung im Herbst meinen geprüften Wirtschaftsfachwirt IHK erfolgreich ab.

Zwei spannende, lehrreiche aber auch sehr anstrengende Jahre liegen nun hinter mir. Ich bin froh, die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt IHK gemacht zu haben. Sie bringt mich in vielerlei Hinsicht weiter: Durch die neuen Fachkenntnisse kann ich diverse Situationen und deren Folgen besser beurteilen und einschätzen. Nicht zuletzt haben sich auch meine beruflichen Möglichkeiten aufgrund der höheren Qualifikation verändert. Ob nun noch ein weiterführendes Studium folgt, kann ich derzeit nicht absehen. Die Zeit wird es zeigen.

genua als mein Arbeitgeber hat mir mit viel Rücksichtnahme und Rückenstärkung den Weg ein wenig leichter gemacht, meinen Wunsch nach dieser Weiterbildung zu verwirklichen. Doch eins steht fest: Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er dazu bereit ist solch eine Belastung – privat wie beruflich – auf sich zu nehmen. Mein Fazit: Es lohnt sich!

Weitere Informationen (PDF): Geprüfter Wirtschaftsfachwirt IHK


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