Immer wieder aufregend: Praktikantenwochen bei genua

Immer wieder aufregend: Praktikantenwochen bei genua

Mein erstes Ausbildungsjahr bei genua ist schon fast vorbei. Damals begann alles hinter den PCs in unseren Schulungsräumen – zwei Wochen Einarbeitung durchlaufen neue Mitarbeiter dort. Heute sitze ich nicht mehr hinter den Monitoren, sondern stehe vor ihnen, um unseren Praktikanten das Unternehmen vorzustellen. Die Herausforderung dabei: Das erste mal eine repräsentative Rolle für meinen Ausbildungsbetrieb übernehmen und mit Lampenfieber kämpfen. Interessiert, wie es mir dabei erging?

Vor einigen Wochen trudelte die E-Mail bei mir ein: Auch dieses Jahr werden uns junge Menschen zu den Praktikantenwochen besuchen. In dem einwöchigen Praktikum wollen sie in den Arbeitsalltag bei genua reinschnuppern und das Unternehmen besser kennenlernen. Sie kommen meist aus den Gymnasien und Realschulen der Umgebung und sind in kleine Gruppen von je sechs bis acht Personen eingeteilt. Hinter der Praktikumswoche steckt allerdings viel Arbeit, die größtenteils allein von uns Azubis übernommen wird. Es werden Zeitpläne und Raumpläne erstellt, Give-Aways bereitgestellt sowie Vortragsthemen unter uns Azubis verteilt, welche wir anschließend selbstständig vorbereiten. Und da komm auch ich ins Spiel: Als einzige Auszubildende für Marketingkommunikation liegt es an mir, die "Kreativ-Abteilung" vorzustellen und unseren Besuchern ein paar Eindrücke zum Thema Marketing zu vermitteln.

Jede der Praktikantenwochen startet Montags um 9:00 Uhr, nach der offiziellen Begrüßung und einem Hausrundgang, stärken sich Azubis und Praktikanten mit Pizza. In dieser lockeren Atmosphäre versuchen wir, erste Kontakte zu den Schülern zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen. In den nächsten Tagen lernen sie unser Betriebssystem Ubuntu kennen, können sich an Programmiersprachen wie Perl ausprobieren und dürfen nach Herzenslust an PC-Hardware schrauben. Man merkt schon: Die meiste Zeit der Woche nehmen technische Themen ein – kein Wunder in einem Unternehmen, das sich auf IT-Security spezialisiert hat. Der Donnerstag Nachmittag gehört dann allerdings uns kaufmännischen Auszubildenden. Diese Zeit nutzen wir, um den Vertrieb und das Marketing vorzustellen.

Warum wir Azubis und nicht die "alten Hasen" – die mehr Fachwissen mitbringen – die Vorträge halten? Einerseits haben wir einen besseren Draht zu den Jugendlichen, wir sind ja fast selbst noch welche. Andererseits wollen wir üben, Präsentationen und Vorträge vor Publikum zu halten und als "Repräsentant" unserer Firma aufzutreten. Viele von uns, die sich bereits im dritten Ausbildungsjahr oder einem höheren Semester befinden, sind schon erprobter und ihnen fallen die Vorträge leichter. Ich hingegen habe schon nach der Ankündigung der Praktikantenwochen Bauchschmerzen und die Abteilungspräsentation stundenlang überarbeitet – ich Angsthase.

Meine Taktik: Durchatmen und ruhig bleiben

Schneller als gedacht bricht also Woche eins an und noch schneller ist auch schon Donnerstag Nachmittag: Um es schon einmal vorweg zu nehmen, die erste Präsentation war eine kleine Katastrophe. Aber von Anfang an: Mit Superlaune und einem gut vorbereiteten Vortrag versuche ich, mir meine Nervosität nicht anmerken zulassen. Die Praktikanten warten bereits auf mich. Da wir uns noch nicht wirklich kennen, stellen wir uns einander erst einmal vor und erzählen ein bisschen über uns selbst. Eigentlich ganz nette Jungs, denke ich mir und starte meinen Vortrag. Meine Taktik: durchatmen und ruhig bleiben. Aber meine Güte: Auf der dritten Präsentationsfolie wird mir klar, das ist nicht die von mir aktualisierte Version. Später erfahre ich, dass die Verzeichnisse an unserem Azubi-Laptop und unseren gewohnten Arbeitsplätzen zwei unterschiedliche sind. Aber jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen, sich nichts anmerken lassen und improvisieren.

Schüler beobachten 3D-DruckNicht nur auf Messen ein Hingucker: Die Schüler bestaunen unseren 3D-Drucker in Aktion

Nach einer halben Stunde ist der Vortrag dann auch schon gelaufen – ich hab's überlebt. Die nächsten zwei Wochen gehen ohne weitere Vorfälle über die Bühne und ich merke schon, dass es mir von mal zu mal leichter fällt. Um die vorwiegend technisch Interessierten noch mehr anzusprechen, binde ich unseren 3D-Drucker mit in meine Präsentation ein. Der ist nicht nur auf Messen und Events ein Highlight, sondern auch bei meinem Vortrag.

Zum Schluss nehmen wir uns an jedem Freitag Zeit, die Woche mit den Praktikanten Revue passieren zu lassen: Uns ist natürlich wichtig zu erfahren, wie unsere Vorträge angekommen sind. In Form von Gesprächen und einem Fragebogen finden wir heraus, wie es ihnen gefallen hat. Bislang konnten wir uns jedes mal über sehr positives Feedback freuen – das tut gut, nach der Mühe die wir uns machen. Am schönsten ist es, wenn sich einige Praktikanten danach für einen Ausbildungsplatz bewerben, denn dann wissen wir: Wir haben alles richtig gemacht.

Übung macht den Meister

Ich hoffe natürlich, dass unsere Besucher eine Menge aus der Woche mitnehmen konnten und wir ihnen die Entscheidung über ihre spätere Berufswahl erleichtern konnten. Mein Fazit nach den Praktikantenwochen: Ein "Angsthase" bin ich immer noch. Aber es stimmt, Übung macht nun mal den Meister und im Arbeitsleben gehören Vorträge – zu welchem Thema auch immer – nun mal dazu. Mit etwas Glück dürfen wir nächstes Jahr wieder so nette Schüler begrüßen. Da macht es mir fast gar nichts mehr aus, meine rhetorischen Fähigkeiten an ihnen zu üben.

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