IT-Berufe: Was macht eigentlich ein IT-Systemkaufmann?

IT-Berufe: Was macht eigentlich ein IT-Systemkaufmann?

IT-Systemkaufleute sind IT-Experten mit Nutzersicht: Ihr vielseitiges Aufgabenfeld umfasst nicht nur technisches Detailwissen, sondern auch viele kaufmännische Aspekte. Sie sind das Bindeglied zwischen Technik und Vertrieb. Wir haben Daniel, Azubi bei genua, zu seinem Ausbildungsberuf befragt.

Ein Aufgabenschwerpunkt von IT-Systemkaufleuten ist die umfassende Kundenberatung bei der Bedarfsplanung und Anschaffung von IT-Produkten. Ziel ist es, eine passende Lösung zu konzipieren und den Anwender in die Benutzung des neuen Systems einzuweisen. Das beinhaltet die Analyse der speziellen Kundenanforderungen sowie die Realisation von spezifischen Systemlösungen.

IT-Systemkaufleute kalkulieren und erstellen daraus Angebote und beschaffen die erforderliche Hard- und Software. Auch für die Installation und Inbetriebnahme der IT-Systeme sowie deren Übergabe an den Kunden sind sie verantwortlich. Um mit IT-Spezialisten auf Augenhöhe verhandeln zu können, benötigen IT-Systemkaufleute fundierte technische Kenntnisse.

Interview mit einem angehenden IT-Systemkaufmann

Doch welche Qualifikationen und Voraussetzungen werden für diesen Beruf benötigt und wie sieht der Berufsalltag tatsächlich aus? Zu seinen Erfahrungen haben wir Daniel, Auszubildender zum IT-Systemkaufmann bei genua, befragt.

IT gibt es nicht als Schulfach. Wie bist Du auf den Ausbildungsberuf IT-Systemkaufmann aufmerksam geworden und welche Qualifikationen sind dafür erforderlich?

Daniel: Empfehlungen aus meinem Freundeskreis haben mein Interesse an der Informationstechnik geweckt. Wie jeder andere auch habe ich mir kurz vor meinem Schulabschluss Gedanken über den nächsten Schritt und meinen Einstieg ins Berufsleben gemacht. Einige meiner Bekannten waren zu der Zeit schon im IT-Bereich tätig. Diese konnten mir einen guten Einblick in die Branche bieten. Doch der technische Bereich allein reichte mir nicht aus – und so habe ich mich für den Beruf IT-Systemkaufmann entschieden, da ich hier zusätzlich noch im Vertrieb tätig bin.

Ein empfehlenswerter Abschluss für diesen Ausbildungsberuf ist das allgemeine Abitur. Aber auch das fachgebundene Abitur oder die Mittlere Reife ist gern gesehen. Selbstverständlich sollte man zudem Interesse für die Informationstechnik mitbringen. Vorkenntnisse sind von Vorteil, allerdings nicht essentiell für den Einstieg.

Auf Fachmessen berät ein IT-Systemkaufmann auf hohem NiveauEin Fall für IT-Systemkaufleute: Auf Fachmessen ist technische Beratung auf hohem Niveau gefragt

Der IT-Systemkaufmann hat ein sehr breites Aufgabenfeld, da er technische mit kaufmännischen Aspekten vereint. Was gefällt Dir an dieser Kombination besonders und wo liegen die täglichen Herausforderungen?

Daniel: Eben diese Kombination aus beidem macht es aus. Das Aufgabenfeld umfasst genau die zwei Bereiche, die mich am meisten reizen: Informatik und Vertrieb. Beide beinhalten –  einzeln betrachtet – schon ein recht großes Aufgabengebiet. Doch durch die Verknüpfung entsteht nicht nur ein umfangreiches, sondern auch ein vielseitiges Tätigkeitsfeld. Das erfordert aber auch ein breit gefächertes Wissen, da hier sowohl technisches Know-how als auch wirtschaftliches Verständnis gefordert sind.

Wie sieht denn der Alltag eines IT-Systemkaufmanns aus – in der Ausbildung und danach?

Daniel: Während der Ausbildung bekommt man einen guten Einblick in die geschäftlichen Aspekte und in die Informationstechnik. Nach der Ausbildung ist es einem dann selbst überlassen, ob man sich mehr zum kaufmännischen oder technischen Bereich hingezogen fühlt. Man kann im Vertrieb tätig werden, aber auch in einem technisch orientierten Bereich seine Herausforderung suchen.

Ohne eine sichere IT geht heute nichts mehr. Trotzdem wird der Ernst der Lage zuweilen noch verkannt. Welche Möglichkeiten hat man als Anbieter von IT-Sicherheitslösungen, Kunden von den jetzt notwendigen Maßnahmen zu überzeugen?

Daniel: Viele Firmen denken, dass ihre IT-Infrastruktur mit einer einfachen Antivirensoftware bereits ausreichend geschützt ist. Meistens sind ihnen die heutigen Möglichkeiten z. B. von Cyber-Angriffen und deren Folgen nicht in vollem Umfang bewusst. Dieses Unwissen führt immer wieder zu einem großen Verlust sensibler Daten. Um das zu verhindern, hilft meist ein Beratungsgespräch mit einem IT-Sicherheitsexperten. Hier werden Anforderungen und Möglichkeiten erörtert. Damit kann dem Kunden eine auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmte Lösung angeboten werden.

Die IT-Branche entwickelt sich ständig weiter. Wie hältst Du Dich auf dem Laufenden?

Daniel: Es gibt viele Wege, sich über Neuerungen im IT-Bereich zu informieren. Dies kann zum Beispiel durch Lesen diverser IT-News im Web oder Fachzeitschriften geschehen. Ich persönlich bevorzuge es, mich mit Kollegen gemütlich an der Kaffeetheke zusammenzusetzen und mich mit ihnen über neue Entwicklungen zu unterhalten.

Wie würdest Du einem Schulabsolventen mit wenigen Worten Deinen Beruf erklären und schmackhaft machen?

Daniel: Wer keinen eintönigen Beruf ausüben will, Spaß an der Technik hat und auch an kaufmännischen Tätigkeiten interessiert ist, der ist mit einer Ausbildung zum IT-Systemkaufmann bestens bedient.

 

Übrigens: t3n.de stellt in der Serie "Was macht eigentlich ein …?" weitere digitale Berufe vor.

 

Bildquelle: © Texelart, fotomek, Visty - Fotolia.com


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