IT und BWL – Best of Both Worlds oder Blaupause der Klischeehaftigkeit?

IT und BWL – Best of Both Worlds oder Blaupause der Klischeehaftigkeit?

"Du wusstest wohl auch nicht, was du studieren wolltest ..." ist die natürliche Reaktion auf die Beschreibung meines Studiengangs. Die Entscheidung, BWL zu studieren scheint mit einem moderaten Kleidungsstil, mittelständischem Elternhaus und einem guten Abitur vielerseits unvorstellbar zu sein. Und genauso haben IT'ler mit dem ein oder anderen Vorurteil zu kämpfen. Aber ist da was dran?

Vertraut man weiterhin auf die gängigen Vorurteile, scheint der "Antagonist" des extrovertierten, von sich selbst überzeugten Betriebswirts der introvertierte, sozial isolierte Informatiker zu sein. Dieser lässt sich nicht mit Polohemd, sondern Pullunder antreffen (oder eben nicht antreffen) und verbringt seine Freizeit mit der investigativen Recherche nach der moralischen Vertretbarkeit der Zerstörung des Todessterns.

Des Pudels Kern ...

Aber handelt es sich bei diesen Handlungsfeldern wirklich um zwei vollkommen unterschiedliche, inkompatible Bereiche oder stehen sich Betriebswirtschaft und IT näher als man denkt?

Dieser Frage gehe ich momentan im Zuge meines Betriebswirtschaftsstudiums im Verbund mit einer Anstellung bei genua auf den Grund – und meine erste Erkenntnis steht bereits fest: Die meisten der oben genannten Punkte sind Klischees ohne Wahrheitsgehalt, die ich nach meinen ersten Eindrücken keineswegs so unterschreiben würde. Ich habe mich also nicht zu einem schlecht gekleideten und sozial isolierten Nerd im 3er BMW und damit zur Personifikation aller – negativen – Klischees entwickelt, sondern würde behaupten, meine ursprünglichen Charakterzüge weitestgehend beibehalten zu haben.

Neben Aufgaben mit BWL- und IT-Aspekten bekomme ich Jobs für die Online-Redaktion zugewiesen

BWL-Studenten sind meist wirtschaftsaffine, junge Menschen, die durch autodidaktisches Lernen Handlungsabläufe in Unternehmen verstehen wollen – so wie ich. Natürlich tragen manche von ihnen Polohemden, aber kaum jemand fährt im BMW vor – sondern vertraut lieber auf die Zuverlässigkeit der deutschen Bahn.

Die Menschen, die ich bisher bei genua kennenlernen durfte, entsprechen auch nicht dem oben vermittelten Bild, sondern sind herzliche Kollegen, die sich für eine der, wenn nicht sogar die zukunftsträchtigste aller Branchen entschieden haben. Zu ihrer Meinung bezüglich des Todessterns habe ich sie bis dato noch nicht befragt – dieses Klischee bleibt also offen.

Mein persönlicher Eindruck

Mein Verbundstudium lässt sich also momentan als – wenn auch kleine – Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und IT verstehen und vermittelt mir so nahezu alle Inhalte, auf die ich bereits vor Beginn des Studiums besonderen Wert gelegt habe. Vom Erlernen betriebswirtschaftlicher Abläufe und Zusammenhänge im internationalen Kontext, über die Interpretation von Kostenfunktionen mithilfe der Wirtschaftsmathematik bis hin zum Kennenlernen verschiedenster Marketing- und Unternehmensführungsstrategien. Die BWL hat einige interessante Aspekte zu bieten, die ich so vor Beginn des Studiums nicht erwartet hatte.

Die praxisorientierten Lehrinhalte der Hochschule München ("University of Applied Sciences") lassen sich außerdem bereits gut an manchen Stellen im Unternehmen beobachten, oder sogar selbst anwenden. Und die Anwendung besagter Lehrinhalte in einem Unternehmen, welches im IT-Sektor tätig ist, bringt diverse positive Nebeneffekte mit sich. Beispielsweise den Erwerb gewisser Grundkenntnisse bezüglich IT und Informatik durch Gespräche mit Kollegen und die Teilnahme an Schulungen.

Diese Nebeneffekte waren auch einer der Gründe, warum meine Entscheidung bei der Wahl eines passenden Arbeitgebers auf genua gefallen ist. Aber nicht nur die Attraktivität der IT-Branche verhalf mir zu einer Entscheidung, sondern auch das Angebot eines Verbundstudiums mit vertiefter Blockpraxis und die damit einhergehende Kooperation mit der Hochschule München – ein Ausbildungsangebot, welches nicht viele Firmen vorzuweisen haben.

Be different!

Das führt mich auch schon zu einem weiteren entscheidenden Faktor – der Abgrenzung: Was unterscheidet mich von den ca. 200.000 anderen BWL-Studenten, die das Studium zeitgleich mit mir aufnehmen? Meine Antwort: Ein Verbundstudium! Natürlich helfen auch Sprachkompetenzen, Auslandsaufenthalte, Praktika etc. bei der Personalisierung des Lebenslaufs, aber am Ende des Studiums bereits näherungsweise drei Jahre Berufserfahrung vorweisen zu können, spricht für sich.

Selbstverständlich gestaltet es sich etwas schwierig, nach einem Monat Studium und zwei Monaten bei genua bereits vielsagende Resumées zu ziehen und Empfehlungen zu geben. Was ich jedoch bereits mit Sicherheit sagen kann: Ich persönlich, als Gelegenheits-Polohemdenträger und Hobby-Gutachter für Science-Fiction-Moral, habe nicht den Eindruck, die Personifikation der Klischeehaftigkeit zu sein oder zu werden, sondern mit dem Verbundstudium bei genua die für mich optimale Ausbildungsmöglichkeit gewählt zu haben.


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Bildquelle: © stanciuc - Fotolia.com


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