Komorebi: Virtuelles Scrum Board Marke Eigenbau

Komorebi: Virtuelles Scrum Board Marke Eigenbau

Zweimal pro Jahr lädt genua uns Entwickler nach Starnberg ein, um dort verrückte Dinge auszuprobieren und nennt das ganze dann GeekWeek. In der diesjährigen Sommer-GeekWeek habe ich mit Kollegen an einem virtuellen Scrum Board gearbeitet. Wie die Idee entstand und derzeit umgesetzt wird, erfahren Sie hier.

Wie die meisten Entwicklungsteams bei genua verwendet auch mein Team agile Methoden, um unsere Aufgaben und Zusammenarbeit zu organisieren. Agile Entwicklung erfolgt in vorgegebenen Zeitintervallen, so genannten Sprints, in denen festgelegte Aufgaben erledigt werden. Um die Bearbeitung dieser Aufgaben innerhalb eines Sprints zu organisieren, greifen wir auf ein „agiles Board“ zurück – in unserem Fall eine Magnettafel. An diese heften wir grüne und blaue Pappkarten, auf denen die Ziele (grün) und zugeordneten Aufgaben (blau) stehen, die innerhalb des aktuellen Sprints zu erledigen sind. Sucht jemand aus dem Team eine neue Aufgabe, geht er zum Board und heftet die Karte mit der Aufgabe, die er bearbeiten möchte, von "Wartet auf Bearbeitung" nach "In Bearbeitung" und markiert, dass er ab jetzt für den Job auf dieser Karte zuständig ist.

Dieses Vorgehen ist super, solange alle Entwickler vor Ort sind und Zugang zum agilen Board haben. Doch seit neustem haben wir einen Kollegen, der im Homeoffice arbeitet, und deshalb muss die Koordination der Aufgaben auch über das Telefon erfolgen. Da wir mit diesem Vorgehen nicht zufrieden waren, suchten wir nach Lösungen. Für die neue Situation wollten wir ein virtuelles agiles Board verwenden, also eine Software, die zukünftig die Magnettafel ablösen sollte.

Wer suchet der findet?

Es gibt sehr viele Software-Anwendungen, die als virtuelles agiles Board dienen können oder ein solches beinhalten. Ein Beispiel ist Trello, ein Unternehmen, das im Internet agile Boards für verteilte Teams anbietet. Jedoch arbeitet die Entwicklung bei genua an IT-Sicherheitslösungen, ein Umstand, der auch an die internen Arbeitsabläufe hohe Anforderungen stellt. Wir können unsere Daten nicht einfach einem Internet-Service anvertrauen oder über Cloud-Dienste austauschen.
Natürlich gibt es auch Lösungen, die wir bei uns im Unternehmen installieren könnten. Diese Anwendungen waren aber meist sehr unübersichtlich und sie passten nie so ganz zu unserer Arbeitsweise: Die von uns gesuchte Lösung sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren und nur das abbilden, was wir mit der Magnettafel bereits machen. Außerdem sollte der kollaborative Effekt eines echten Boards übertragen werden. Das heißt: Jeder, der gerade auf das Board schaut, soll Veränderungen sofort mitbekommen.

Eine maßgeschneiderte Lösung muss her

Da nun die nächste GeekWeek vor der Tür stand und wir immer noch keine passende Lösung gefunden hatten, kamen zwei Kollegen und ich auf die Idee, einfach selbst eine unseren Bedürfnissen entsprechende Software zu schreiben. Und da es ein Ziel der GeekWeek ist, dass wir uns mit modernen Programmiersprachen, Konzepten oder Werkzeugen auseinandersetzen, entwickelten wir unser agiles Board "Komorebi" in der neuen Programmiersprache von google „go“ und in der aktuellsten Version der Programmiersprache Javascript. Zudem verwendeten wir zur Gestaltung der Oberfläche das Javascript Framework "React.js" von Facebook.

Und so sieht unser agiles Scrum Board aus, das schon bald ortsunabhängig verwendet werden kann

"Komorebi" ist übrigens Japanisch und bedeutet soviel wie "Licht, das durch Blätter von Bäumen gefiltert wird". Und wenn man manchmal ganz viele Aufgaben am Board hat, und der gelbe Hintergrund des Boards nur noch an einzelnen Stellen durchscheint, wirkt "Komorebi" als Name für ein agiles Board sehr passend.

Fast fertig

Leider dauert eine GeekWeek aber nur eine Woche und deshalb konnten wir unsere sehr ambitionierten Ziele nicht ganz erreichen. So kann man derzeit zwar Aufgaben erstellen und verschieben, fertige Aufgaben aber noch nicht vom Board entfernen. Doch sind wir mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden. Es bedarf nur noch weniger Schritte, um das Projekt abzuschließen und das Board in Betrieb zu nehmen. Wir arbeiten in unserer Freizeit und gelegentlich auch bei genua an der Vervollständigung der Software und hoffen, sie bald einsetzen zu können.

Für interessierte Software-Entwickler verweise ich auch gerne auf unsere Projektseite, auf der der Source Code begutachtet oder geforkt werden kann: https://github.com/mafigit/komorebi

 

Bildquelle: © aa_amie - Fotolia.com


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