Let's go West: Rückblick auf die RSA Conference 2017

Let's go West: Rückblick auf die RSA Conference 2017

genua war 2017 erstmals auf der RSA Conference in San Francisco vertreten, die als Weltleitmesse für IT-Security gilt. Was Hersteller von IT Security made in Germany dort erwartet und wie man die Veranstaltung aus europäischem Blickwinkel wahrnimmt, möchten wir von unserem Kollegen und Messeteilnehmer Michael Barth erfahren.

Hallo Michael, wir sind ja eigentlich schon ganz gut mit unserem Veranstaltungsprogramm in Deutschland beschäftigt. Was hat uns dazu motiviert, dieses Jahr auch an der RSA Conference in den USA teilzunehmen?

Michael Barth: Für uns war vor allem der Blick über den Tellerrand wichtig, es ging darum festzustellen, welche Trends derzeit im internationalen IT-Sicherheitsgeschäft gesetzt werden. Unser Thema ist ja nicht rein national und da hilft es schon, auch mal den Horizont zu weiten. Dafür war die RSA die perfekte Gelegenheit.

Ist die RSA Conference mit irgendeiner IT-Messe in Deutschland vergleichbar? Wie würdest Du den Auftritt der weltweit sehr dominanten IT-Branche der USA und das Rahmenprogramm beschreiben?

Michael Barth: Grundsätzlich ist die RSA eher eine Konferenz, die Messe ist nur Begleitprogramm, auf der sich die Großen der Branche präsentieren. Den Messeteil kann man wohl am ehesten mit der it-sa in Nürnberg vergleichen, nur viel lauter und schriller. Insofern ist für die meisten Konferenzteilnehmer das umfangreiche Vortragsprogramm im Umfeld der Messe wichtiger. Hier tragen die CEOs und IT-Sicherheitschefs der großen IT- und Anwender-Unternehmen vor und malen ihr Bild von der Zukunft der IT-Sicherheit.

Einmal abgesehen von den sicherlich gewaltigen Marketing-Budgets vieler US-Konzerne: Seid Ihr auf unerwartete Branchen-Themen oder Trends gestoßen, die noch nicht den Weg nach Europa gefunden haben?

Michael Barth: Dominierend waren sicherlich Themen wie Security Analytics und Security als Business-Treiber. Außerdem haben viele Anbieter darauf gesetzt, umfassende Sicherheitslösungen anzubieten. Interessant war auf jeden Fall zu sehen, dass es kaum einen Branchen-Fokus gab. Während bei uns Themen wie KRITIS oder Industrie 4.0 die IT-Sicherheitsdebatte prägen und sich die Anbieter darauf einstellen und ihre Produkte darauf ausrichten, waren die dort angebotenen Lösungen meist ohne Branchen-Schwerpunkt. Ich persönlich denke ja nicht, dass das der richtige Ansatz ist, sondern dass es den Anwenderbranchen wichtig ist, dass auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird.

Wie war die deutsche IT-Sicherheitsbranche auf der RSA Conference aufgestellt? Welche Lösungen konnten das Interesse der Amerikaner wecken?

Michael Barth: Die deutsche IT-Sicherheitsbranche hat sich mit einem vom BMWi geförderten Pavillion unter dem Motto "IT-Security Made in Germany" präsentiert. Insgesamt nutzten 18 Unternehmen die Chance, sich so in den USA zu präsentieren. Dabei waren sowohl Unternehmen aus dem Hochsicherheitsbereich wie genua, als auch Firmen, deren Angebot sich auch an Consumer richtet. Vor allem im Hochsicherheitsbereich konnte man ein reges Interesse der Messebesucher verspüren. Das liegt sicher auch daran, dass die meisten Besucher wirkliche Fachbesucher waren, deren Interesse mit High-End-Lösungen besser zu wecken ist.

Was war am Stand von genua zu sehen und wie seid Ihr auf die Besucher zugegangen?

Michael Barth: genua hat vor Ort den Security Laptop cyber-top präsentiert. Darüber hinaus gab es einen Vortrag unseres technischen Geschäftsführers Dr. Magnus Harlander. Auf einer Fachkonferenz brachte er den Besuchern die IT-Sicherheitsnotwendigkeiten von Industrie 4.0 näher.

"Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen", lautet ein Sprichwort. Wir erleben ja gerade eine äußerst intensive Berichterstattung über die USA, politisch wie gesellschaftlich. Welche Eindrücke habt Ihr aus San Francisco mitgenommen?

Michael Barth: Kalifornien im Allgemeinen und San Francisco im Speziellen gehören ja eher zu den liberaleren Regionen der Vereinigten Staaten von Amerika. Dementsprechend war die gesellschaftliche Spaltung, die derzeit wohl in den USA zu spüren ist, hier nicht feststellbar.

Dennoch war das Thema "Trump" allgegenwärtig, vor allem in den Medien. Allerdings war auf der RSA kaum jemand anzutreffen, der sich als Unterstützer des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten präsentierte. Im Gegenteil – viele Gesprächspartner äußerten ihre Besorgnis über die vorherrschenden politischen Entwicklungen. Auf einigen Keynotes wurde dies auch offen ausgesprochen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die IT-Branche global operiert und Abschottungstendenzen hier sehr negative Auswirkungen hätten.

Danke für das Gespräch!

Impressionen: genua auf der RSA Conference 2017

Den Messeteil der RSA Conference kann man am ehesten mit der it-sa in Nürnberg vergleichen, nur viel lauter und schriller.


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Kommentare

Markus 22.02.2017 16:34
Eure Links auf der Webseite des Deutschen Pavillions sind kaputt: http://www.rsac.german-pavilion.com/content/en/exhibitors/exhibitors_detail.php?exhibitor_id=61871
ChristinaTraxinger 24.02.2017 11:23
Hallo Markus,
vielen Dank für den Tipp, wir haben das Problem behoben.
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