Per Jobrad zum Arbeitsplatz – ein Erfahrungsbericht

Per Jobrad zum Arbeitsplatz – ein Erfahrungsbericht

Im Verhältnis zu einigen anderen Ländern nutzen in Deutschland verhältnismäßig wenige Berufstätige das Fahrrad für den Weg zur Arbeit. Wie können Unternehmen diesen Anteil erhöhen und warum sollten sie das überhaupt? Dieser Blogbeitrag berichtet von meiner Freude am Radfahren im Umfeld eines fahrradfreundlichen Unternehmens. Nachmachen erwünscht!

Bewegung im Alltag ist der einfachste Weg, fit zu bleiben und Stress abzubauen. Per Fahrrad zur Arbeit ist zudem billig und – in meinem Fall – auch schneller als Auto oder Bus. Fahrradfahren schont die Umwelt, fördert die Leistungsfähigkeit und macht Spaß.

Als Mitarbeiter im Vertrieb von genua sitze ich viel am Schreibtisch. Insbesondere auf Geschäftsreisen und langen Messetagen bleiben kaum Möglicheiten für Bewegung und Sport. Mein Alltag ist von hohem Zeitdruck und Stress geprägt. Dafür brauche ich einen Ausgleich. Fahrradfahren passt perfekt dazu.

genua erleichtert Mitarbeitern die Fahrradnutzung, beispielsweise durch wettergeschützte Stellplätze

Ich sehe mich als durchschnittlich sportlichen Radfahrer. Bei genua haben wir viel krassere Biker, etwa Kollegen, die schon Berg-Rennen wie die TOUR Transalp mitgemacht haben. Ich fahre eher gemütlich, wenn auch mit Hang zu längeren Distanzen. Das Rad nutze ich viel in Freizeit und Urlaub.

Viel entscheidender aber: Ich nutze es fast täglich und ganzjährig für den Weg zur Arbeit. Geschäftstermine im Anzug, Regen, Schnee und Dunkelheit – alles nur eine Frage der Ausrüstung. Zugegeben, ich hab's auch nicht weit. Aber auch andere Kollegen mit deutlich längerer Anfahrt nutzen das Bike zu genua. Außerdem gibt’s für weitere Strecken inzwischen E-Bikes, um entspannt und schweißfrei ins Büro zu rollen. Pannen? Hatte ich in Zeiten von "unplattbar"- und Schlauchlos-Reifen seit Jahren nicht. Viele Ausreden gelten also nicht mehr.

In die Pedale treten und Ideen sammeln

Als besonders effektiv hat sich meine tägliche Mittagspause "im Sattel" erwiesen: Dort überwinde ich die Mittagsmüdigkeit und tanke Sauerstoff. Gleichzeitig kommen mir dort die besten Ideen für meine aktuellen Vertriebsprojekte.

genua unterstützt schon länger die Fahrradnutzung von Mitarbeitern z. B. durch den Bau wettergeschützter Fahrradstellplätze, einen Duschraum und dem Aufruf, sich an der jährlichen Aktion "mit dem Rad zur Arbeit" von AOK und ADFC zu beteiligen. Unsere Kollegen gewannen letztes Jahr gar gemeinsam ein E-Bike bei einem Wettbewerb, auf den uns die Geschäftsführung aufmerksam gemacht hatte: Nach 500 km in sieben Tagen auf dem E-Bike durften sie es behalten. Diese Unterstützung hat auch ganz praktische Vorteile für die Firma. Tiefgaragenplätze werden frei, die Fitness der Mitarbeiter verbessert sich, mangels Stau sinkt der Stress.

Wie ich zu meinem Jobrad kam

Die große Chance, mein 20 Jahre altes Bike in den Ruhestand zu schicken, sah ich letztes Jahr gekommen: genua beteiligte sich an der Jobrad-Initiative. "Jobrad" ist ein Dienstrad-Leasing als Alternative zum Firmenwagen. Durch eine Gehaltsumwandlung entsteht ein steuerlicher Vorteil – attraktiv für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Mitarbeiter erhält sein individuelles Wunschrad bis zu 40 Prozent günstiger.

Besonders attraktiv beim Jobrad fand ich die Möglichkeit, das Rad privat beliebig nutzen zu können, also auch im Ausland oder von Familienmitgliedern. Nach drei Jahren kann man das Rad zum geringen Restwert kaufen oder ein neues Jobrad aussuchen. Durch Steuervorteil und monatliche Gehaltsumwandlung standen mir preislich nun Räder zur Auswahl, von denen ich früher nur träumen konnte.

Work & Life: Das Jobrad absolviert in der Freizeit Tages-Touren von über 200 km

 Und so machte ich mich auf die Suche nach meinem Traum-Rad: Es sollte ein Allrounder werden, der mich über fast jeden Straßenbelag und Alpenpass bringen kann und auch für Fernreisen mit Gepäck geeignet ist. Entgegen dem E-Bike-Trend suchte ich ein möglichst leichtes, aber robustes Rad ohne Elektrounterstützung. Denn für den Urlaub muss das Rad auch aufs Autodach.Ein kleiner Rahmenbauer aus Rosenheim baute mir schließlich ein perfekt passendes Rad aus Wunsch-Komponenten und nur 10 kg Gewicht zusammen.

Der Erstinspektion durfte ich in der Werkstatt beiwohnen und sogar selbst mit Hand anlegen. Die Anschaffungskosten von 2.500 Euro streckte die Leasing-Firma vor, zurückgezahlt durch geringe monatliche Raten mittels Gehaltsumwandlung. Eine kleine Gehaltserhöhung kompensierte auch noch die Raten – nun hatte ich mein Traum-Rad ohne eigene Investition!

Die Abholung in Rosenheim nutzte ich gleich für eine erste Spitztour zum Sudelfeld-Pass. Es folgten Tages-Touren über 200 km-Strecken – ui, das Rad fährt ja fast von allein! Dass mit diesem Rad fast alles geht, merkte ich aber erst auf der Zillertaler Höhenstraße. Dort geht’s auf über 2.000 Höhenmeter unglaublich steil hinauf und anschließend wieder hinab – Adrenalinschub und Höhenrausch inklusive. Und die pure Freude darüber, aus eigener Kraft Orte erreichen zu können, die ich nicht mehr für möglich gehalten hatte.

Für alle Beteiligten eine echte Win-Win-Win-Situation also: genua freut sich über einen hoch-motivierten gesunden Mitarbeiter. Staat und Gesellschaft über positive Auswirkungen auf den Umweltschutz. Und ich selbst über ein Traum-Fahrrad, das mich überall begleitet – im Alltag und Urlaub.


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