Wie IT'ler wirklich sind: Vielseitig!

Wie IT'ler wirklich sind: Vielseitig!

"Sie arbeiten immer nachts und natürlich im Keller und das rund um die Uhr, da sie eh keine (realen) Freunde haben!" Es ist erstaunlich, wie hartnäckig sich die Mythen rund um den IT'ler auch heute noch halten. Deshalb habe ich mich auf den Weg gemacht und Kollegen aus den technischen Abteilungen gefragt, ob sie wirklich in einer ganz eigenen Welt leben.

Die Antworten auf diese Frage werden (leider) so manchen überraschen – aber lesen Sie selbst, was Informatiker so mit ihrer Zeit anstellen:

Markus:

"Seit 15 Jahren bin ich jetzt in der IT tätig. Es ist natürlich ein sehr interessantes Umfeld – ich persönlich empfinde es sehr häufig als Sandkasten für Erwachsene. Aus technischer Sicht fühlt es sich selten wie ein richtiger Job an. Man muss aufpassen, dass man nicht zum Workaholic wird. Die Bandbreite der IT ist einfach zu groß. Leider ist alles sehr interessant und zieht einen schnell in einen Tunnel.

Umso wichtiger ist es, sich in der Freizeit auch mit anderen Themengebieten zu beschäftigen. Ich persönlich benötige immer wieder einen ordentlichen Schub Adrenalin, um Abstand zu der Materie zu bekommen. Seit einigen Jahren habe ich meine gesamten Urlaube dem Wassersport gewidmet. Vor allem Kitesurfen hat es mir angetan. Das Bereisen der Länder, in denen dieser Sport ausgeübt werden kann, gibt mir zusätzlich Entspannung.

Im Alltag steht aus zeitlichen Gründen eher Klettern im Vordergrund. Am Wochenende findet man mich auf roten Sandplätzen in Bayern, um Tennis-Erfolge zu feiern. Diese beiden Sportarten begeistern mich vor allem wegen der hohen Konzentration, die man benötigt. Durch die Fokussierung kann ich den beruflichen Alltag schnell hinter mir lassen."

Feuerwehr-Einsatz AutounfallKaum zu glauben, dass der Einsatz an Unfallstellen wie dieser als Ausgleich zum Arbeitsalltag dienen soll – aber umso imposanter

Sebastian:

"Eine Sache lässt sich als Informatiker nicht bestreiten: Man starrt den ganzen Arbeitstag auf den Bildschirm. Zwar gibt es schon immer wieder mal Aufgaben, die einen vom Stuhl weglocken, der Großteil jedoch passiert sitzend. Und genau deshalb habe ich für mich einen Ausgleich geschaffen: Ich hatte schon immer großes Interesse an allen möglichen Handwerksbereichen und so musste es kommen, dass ich bei der Feuerwehr landete. Hier bekomme ich einfach das Maß an körperlicher Arbeit, das ich benötige, um ausgelastet zu sein.

Mittlerweile hat es mich in den Führungs- und Ausbildungsdienst verschlagen, wo eine gute Kombi aus Denken – aber halt mal nicht an IT – und Handeln gegeben ist. Dank der Unterstützung meines Arbeitgebers habe ich die Chance, den Anforderungen an diese Aufgabe auch während der Arbeitszeit gerecht zu werden: Ich kann das Büro im Notfall verlassen, um als Feuerwehrmann anderen zu helfen."

genuband auf BenefizkonzertDer erste Auftritt von 85 Astatine: Ein Benefizkonzert für die genukids

Joachim:

"Jeder lebt doch in seiner eigenen Welt. Die Frage ist nur, ob man andere in seine Welt hinein lässt. Ich tue das auf vielerlei Weise, möchte mich hier aber auf eine beschränken. Wir haben hier in der Firma viele Leute, die ein Instrument spielen und das nicht nur alleine zuhause tun wollen. So haben sich im Laufe der Zeit bei genua zwei Bands etabliert, die regelmäßig im firmeneigenen Bandkeller proben. Ich bin der Schlagzeuger von "85 Astatine" und mache mit meinen Kollegen Rockmusik in der Richtung Alternative bis Metal. Wir haben immer riesigen Spaß bei unseren Proben und hatten schon einige interne Auftritte auf Firmenfesten. Ganz besonders war unser Konzert "Benefiz for genukids" zusammen mit der anderen Band "Elegant Kill", mit dessen Erlös wir das Kinderhaus genukids unterstützt haben. Vergangenen März hatten wir dann unseren ersten "richtigen" Auftritt beim Schalldruck Festival "Heavy Winterstorm" als Auftaktband.

Das war ein echtes Highlight in unserer Karriere. Diese Abwechslung motiviert, sich auch wieder voll der Arbeit zu widmen. Und wer weiß, vielleicht führt unser Vorbild dazu, dass sich weitere Musiker bei genua zu einer dritten Band zusammentun."

Michael:

"Auch wenn ich die Arbeit mit der IT nun gar nicht als unkreativ bezeichnen würde, benötige ich doch ab und an einen künstlerischen Ausgleich: Mit der Geburt meines Sohnes vor nun schon elf Jahren musste eine neue Kamera ins Haus, damit ich jeden noch so kleinen Moment festhalten konnte. Doch bald fand ich heraus, dass der Automatik-Modus meiner Kamera nicht mehr ausreichte und so beschäftigte ich mich immer mehr mit Fotografie und natürlich auch der Technik dahinter. Mittlerweile ist die Fotografie sogar zu meinem zweiten Standbein geworden.

Ironischer Weise kommt bei meinem Ausgleich zur IT wieder ein bisschen der IT'ler durch: Denn digitale Bildbearbeitung wurde mit den Jahren zu meiner großen Leidenschaft. Hier verleihe ich meinen Bildern den finalen Schliff, erstelle neue Welten und kann meiner Kreativität freien Lauf lassen."

Bildcollage in Anlehnung an den Schrei von Edvard MunchEndlose Möglichkeiten: Gute Kenntnisse in der Bildbearbeitung sind gar nicht zum Schreien, selbst wenn sie auf den Ideen Edvard Munchs basieren

Mein Fazit

Informatik ist ein sehr anspruchsvolles, vielseitiges Tätigkeitsfeld, das Raum für eigene Kreativität lässt. Und natürlich gibt es in diesem Bereich Personen, die jedes Klischee erfüllen – in welchem Beruf gibt es die nicht? Doch mit diesen Statements verblassen die Mythen rund um die IT'ler hoffentlich wieder ein wenig mehr.

© Benjamin Nolte - Fotolia.com


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