Wie vererbt man die Firmenkultur in einem wachsenden Unternehmen?

Wie vererbt man die Firmenkultur in einem wachsenden Unternehmen?

Das Problem lässt sich leicht beschreiben: Vor zehn Jahren hatte genua etwa 60 Mitarbeiter, heute sind es dreimal so viele. Mehr als 70 Leute sind dabei noch nicht einmal zwei Jahre im Unternehmen. Und um die 60 Mitarbeiter sind nur wenig länger da: nämlich maximal fünf Jahre. Bei diesen Zahlen ist klar: Neue Mitarbeiter werden oft von Leuten eingearbeitet, die selbst erst relativ kurz im Unternehmen sind. Da ist es nicht leicht, die Werte eines Unternehmens weiterzugeben. Schließlich sind Werte nicht das, was man aufschreibt und sich ins Foyer hängt, sondern das, was im Unternehmen gelebt wird. Was übrigens der Grund ist, weswegen genua keine Unternehmenswerte ins Foyer hängt. :-)

Die "Werte zum Aufhängen" haben aber einen entscheidenden Vorteil: Jeder kann einfach auf sie verweisen – dass sie mit dem wahren Leben im Unternehmen oft nicht viel zu tun haben, steht dann auf einem anderen Blatt. Bei einer gelebten Unternehmenskultur, die man bewahren möchte, steht man erst einmal vor dem Problem: Was macht sie denn aus, diese Kultur?

Vor einem Jahr haben wir uns im Führungskreis zusammengesetzt, um darüber zu reden, was die Unternehmenskultur bei genua ausmacht. So unterschiedlich die Personen und ihre Aufgaben auch waren, ein gemeinsamer Kern konnte trotzdem herausgearbeitet werden. Eine Arbeitsgruppe bekam schließlich den Auftrag, aus dem, was wir zusammengetragen hatten, das zu entwickeln, was wir flapsig als "genua-dna" bezeichnen: Ein Dokument, das uns als Arbeitspapier dient, um zu beschreiben, was wir uns als wachsendes Unternehmen erhalten möchten.

Umsetzen statt aushängen

Auf wenigen Seiten steht dort, was das Unternehmen ausmacht: Punkte wie "Wertschätzung des Menschen" stehen neben Begriffen wie "Flexibilität", "Bereitschaft zur ständigen Veränderung" oder "Gemeinsames Ziel steht über Individualziel". Besonders wichtige Punkte betreffen beispielsweise unser langfristig ausgerichtetes unternehmerisches Handeln, Rücksichtnahme – insbesondere auch auf die private Situation von Mitarbeitern – aber auch Themen, die nahe an unseren Produkten und Dienstleistungen liegen wie "Spaß an der Aufgabe" und "Begeisterung für Lösungen".

Nun ist es sicher schön und gut, dass unsere Kultur einmal formuliert wurde. Aber: wir wollten ja nichts zum Aushängen, sondern etwas zum Umsetzen. In den nächsten Schritten wird über das, was bislang erarbeitet wurde, mit allen im Unternehmen zu diskutieren sein. Am Ende dieses Prozesses wird ein anderes Dokument stehen. Auch das wird sich nicht zum Aushängen eignen. Aber hoffentlich gibt es wieder, was wir im Unternehmen leben – und an die kommenden Mitarbeiter weitergeben wollen.

 

Bildquelle: © KristijanZontar / Fotolia.com


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