Zukunftsaussichten des IT-Standorts München

Zukunftsaussichten des IT-Standorts München

Bis in die 90er Jahre war München mit seinen Bavaria-Studios als Filmstadt berühmt. Während große Teile der Glitzerwelt nach Berlin abwanderten, gewann die Bayerische Landeshauptstadt für die IT-Branche an Bedeutung. Schlagworte wie "Laptop und Lederhose" oder "Isar Valley" bezeugen die Beliebtheit des Standorts bei vielen internationalen IT-Konzernen von Rang und Namen. Warum dies auch in Zukunft so bleiben dürfte, begründet unser Gastautor Robert Stabl, Cluster-Geschäftsführer vom BICCnet.

Auf dem Weg ins Büro komme ich regelmäßig an mit großer Begeisterung spielenden Kindern vorbei. Sie fragen sich, was daran so außergewöhnlich sein soll, dass diese Nachricht den ersten Satz dieses Beitrags bildet? Nun, mein Büro liegt auf dem Campus der Technischen Universität München in Garching und bei den spielenden Kindern handelt es sich um Kindergarten- und Schülergruppen, die der TU München einen Besuch abstatten, genauer gesagt dem "Mathematik Labor" ix-quadrat.

Wie schaffe ich jetzt den Bogen zu der Fragestellung "Warum ist der IT-Standort München so attraktiv für internationale Unternehmen", zu der ich diesen Beitrag schreiben darf? Die große Begeisterung der Kids an spielerisch präsentierten mathematischen Themen zeigt in meinen Augen zweierlei: Zum einen muss uns um den Nachwuchs hier am Standort in naturwissenschaftlichen oder mathematischen Disziplinen nicht bange sein (wenn wir es schaffen, diese Begeisterung lebendig zu halten) und zum zweiten brauchen viele Entwicklungen den sprichwörtlich langen Atem.

"Isar Valley" sorgt für smarte Technologien aus Bayern

München und Bayern sind attraktiv für IT-Unternehmen aus dem In- und Ausland. Wir haben einen funktionierenden Binnenmarkt, geprägt von der Nachfrage aus vielen unterschiedlichen Industriebereichen: Mobilität, Automatisierung, Energie, Kommunikation, um nur einige zu nennen. Und diese Nachfrage wird zukünftig eher noch steigen. Unsere Um-Welt wird intelligenter, "smarter", vernetzter. "Smartphones" waren ein erster Indikator (die Telefone wurden intelligenter), andere Bereiche werden nachziehen oder sind schon dabei. Haustechnik, Industrieproduktion, Energieverteilung – in ganz klassischen Bereichen hält die Informationstechnik vehement Einzug (manche nennen dies "Digitalisierung"). Viele dieser Entwicklungen werden hier in München und Bayern stattfinden, viele Unternehmen werden daran partizipieren (wollen).

Informationstechnik ist und wird ein wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens, der Produkte und Gegenstände, die wir nutzen. Wir wollen, dass diese "Dinge" sicher und zuverlässig funktionieren, dass sie ordentlich miteinander kommunizieren. Schon sind wir bei einem weiteren, beinahe unerschöpflichen Reservoir für die IT-Branche – die "Erfindungen" sicher und zuverlässig zu machen, die sie selbst schuf.

Ist das alles ein Selbstläufer? Nein – die Digitalisierung wird Branchengrenzen einreißen. Reines Segmentdenken wird also nicht ausreichen, um zukünftig erfolgreich zu sein.

Zwei Kinder am LaptopTechnikbegeisterte Kids – die IT-Fachleute von morgen?

Zukunftsinvestition: Technikbegeisterung früh fördern

Kommen wir zurück zu den spielenden Kindern an der TU München. Sie denken und handeln (noch) nicht in starren Schemata, sie probieren aus, experimentieren und haben Freude daran. Und – sie erinnern sich bei der Wahl ihrer zukünftigen Ausbildungsrichtungen eventuell zurück an die Freude im Umgang mit den Naturwissenschaften und bilden später ein weiteres Mosaiksteinchen für einen erfolgreichen IT-Standort. Der lange Atem der TU München hätte sich gelohnt, und nicht nur der...

BICCnet, der bayerische Cluster für Informations- und Kommunikationstechnologie, dient der Wachstumssicherung der Informations- und Kommunikationstechnologie in Bayern. Als offizielles Clusterbüro ist es initiiert vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

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Bildquelle: © Peter Atkins, goldencow_images / Fotolia.com


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