IT-Berufe: Wie wird man eigentlich Scrum Master?

IT-Berufe: Wie wird man eigentlich Scrum Master?

Wenn Entwicklerteams ihre Zusammenarbeit selbst organisieren, spricht man von agiler Entwicklung. Damit die Selbstorganisation gelingt, wird meist eine bestimmte Methode verwendet. In der Produktentwicklung bei genua ist das Scrum. Welche Rolle dabei dem Scrum Master zufällt und wie man sich die Scrum Master-Ausbildung vorstellen kann, erfahren Sie hier.

Der Scrum Master soll gewährleisten, dass Projekte erfolgreich und termingerecht abgeschlossen werden können. Dazu arbeitet er mit dem Entwicklungsteam zusammen. Er selbst gehört aber meist  nicht dazu. Der Scrum Master führt die Scrum-Regeln ein und überprüft deren Einhaltung. Er moderiert die Meetings und kümmert sich um die Behebung von Hindernissen. Oft stellt man sich den Scrum Master als „dienende Führungskraft“ oder als Coach vor, der sein Team durch ein Entwicklungsprojekt begleitet. Da Scrum im gesamten Unternehmen verstanden werden muss, um in Teilbereichen zu funktionieren, fällt es häufig in die Zuständigkeit des Scrum Masters, die Methode im Unternehmen bekannt zu machen und die Akzeptanz dafür zu steigern.

Scrum Master-Ausbildung: "Zwei Tage und ein ganzes Leben"

Wie man sich nach dieser sehr groben Zusammenfassung leicht vorstellen kann, benötigt ein Scrum Master dafür unterschiedlichste Qualifikationen, Fähigkeiten und weitere Voraussetzungen. Wir wollten wissen, wie man diese erwirbt und haben Stefan Stautner, Scrum Master bei genua, dazu befragt.

In den letzten Jahren hat sich agile IT-Entwicklung stark verbreitet. Das Qualifikationsprofil des Scrum Masters ist entsprechend gefragt. Gibt es spezielle Ausbildungsmöglichkeiten für Interessenten oder ist es eine Mischung aus Ausbildung und Berufspraxis, die einen zu dieser Tätigkeit befähigt?

Stefan Stautner: Wenn mich jemand fragt wie lange es dauert, Scrum Master zu werden, sage ich immer: „Da gibt es zwei Antworten – zwei Tage und ein ganzes Leben.“ Für die Zertifizierung zum Certified Scrum Master durch die Scrum Alliance bedarf es tatsächlich nur zweier Tage und eines Abschlusstests. Wer aber vorher nicht zum Scrum Master geeignet war, ist es nach den zwei Tagen sicherlich auch nicht.

Nach meiner Erfahrung hilft eine reiche, diverse Berufspraxis in und außerhalb der IT-Branche, Begeisterungsfähigkeit sowie eine Vorliebe, mit und für Menschen zu arbeiten, um einen guten Job zu machen. Und das Wissen, dass jeder – auch man selbst – täglich noch etwas Neues lernen kann.

Mit welchem Qualifikationshintergrund hast Du Dich für die Scrum Master-Ausbildung entschieden?

Stefan Stautner: Ich war die letzten zwei Jahre vor meinem Start bei genua als IT-Berater im Kommunalen Spitzenverband Südafrikas für das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig – in einem sehr diversen Arbeitsumfeld und Team. Dies hat meinen Horizont sicherlich enorm erweitert und mir gezeigt, dass man flexibel auf Umstände reagieren muss. Davor habe ich als Dozent für Soziologie an der Universität München gearbeitet.

Was erscheint Dir am Aufgabengebiet des Scrum Masters besonders attraktiv?

Stefan Stautner: Die Herausforderung, einem Team beim Erreichen technischer Höchstleistung zu helfen, die soziale Kompetenz der Kollegen weiterzuentwickeln und auch mal in der Lage zu sein, aus Kundenperspektive zu denken, das ist schon etwas ganz Besonderes. Wenn man dann noch in einem Arbeitsumfeld wie bei genua tätig sein kann kann, das von Vertrauen und gegenseitigem Respekt gekennzeichnet ist, ist das natürlich klasse.

Im Einsatz nach der Scrum Master-AusbildungTypischer Einsatzbereich nach der Scrum Master-Ausbildung: In den Entwicklergruppen bei genua kommen agile Methoden zum Einsatz

Welche Knackpunkte gibt es? Welche Schwierigkeiten sind typisch bei der Arbeit nach der Scrum Master-Ausbildung?

Stefan Stautner: Oft sind Teams und das Management irritiert, was die Rolle des Scrum Masters betrifft. Er berät und befähigt das Team, er motiviert es, das vorhandene Potenzial auszuschöpfen und zu erweitern, er beseitigt Hindernisse und beteiligt sich an der Lösung von Konflikten. Dabei ist er weder klassischer Vorgesetzter noch Teammitglied.

Daraus ergibt sich eine Reihe von praktischen Fragen und Problemen: Wie gehe ich als Entwickler mit Ratschlägen des Scrum Masters um? Bei welchen Management Meetings sind Scrum Master dabei? Wie sollen bzw. können Scrum Master die Wünsche und Vorstellungen des Management durchsetzen? Diesen Spagat zu meistern, also „Bergführer“ und nicht Chef zu sein, ist der große Reiz, aber auch die größte Herausforderung.

Wem ist die Scrum Master-Ausbildung zu empfehlen?

Versetzen wir uns mal in junge Leute kurz vor dem Schulabschluss. Auf das Berufsziel Scrum Master werden da zunächst nur wenige kommen. Wie würdest Du ihnen Deine Tätigkeit mit wenigen Worten erklären und schmackhaft machen?

Stefan Stautner: Ich würde jedem, und nicht nur jungen Leuten oder solchen, die Scrum Master werden möchten, raten: Geh hinaus in die Welt. Sammle Erfahrungen. Arbeite im Ausland und vielleicht auch mal außerhalb Europas oder der USA. Versuche „humble“ zu sein und die Welt und die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zu erleben und zu genießen. Lerne Konflikte zu erkennen, auszuhalten und gemeinsam auch ab und an zu lösen.

Wenn Du danach eine Tätigkeit suchst, die Dich jeden Tag neu herausfordert und Dich an Dir selbst und Deinen Mitmenschen arbeiten lässt, dann ist Scrum Master-Ausbildung genau das Richtige für Dich!


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