IT – in Wahrheit typisch weiblich?

IT – in Wahrheit typisch weiblich?

Beim 1. Internationalen Weltfrauentag 1911 stand der Kampf ums Frauenwahlrecht im Zentrum der Forderungen der Frauenbewegung. Erreicht! Heute, am 102. Jahrestag des Weltfrauentags, stehen wir vor einer ganz anderen Herausforderung: Ein Hörsaal voller Männer – in der Informatik ein gewohnter Anblick. Der Studentinnen-Anteil in der IT liegt bei knapp 20 Prozent, bei IT-Azubis sogar nur bei zehn Prozent. Warum ist das so – und können wir das ändern?

Dabei waren die ersten Programmierer der Welt weiblich. In den USA galt Software-Entwicklung früher sogar als Frauenberuf. Grace Murray Hopper ist die wohl berühmteste US-amerikanische Computerpionierin. Sie gilt als Entdeckerin der Computer-Bugs, ist die Erfinderin des Compilers, der eine Programmiersprache in ein ausführbares Programm übersetzt, sowie die geistige Mutter der Programmiersprache COBOL. Hopper sagte einmal: "Programmieren ist wie Abendessen vorbereiten. Man muss vorausplanen und alles so terminieren, dass es fertig ist, wenn man es braucht. Das geht nur mit Geduld und dem Blick für Details." Na, das klingt doch nach dem idealen Beruf für uns Frauen, die sich täglich der Herausforderung stellen, Familie und Beruf erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Das gelingt nur durch ein ausgeprägtes Organisationstalent, das Frauen wohl schon anthropologisch in die Wiege gelegt bekommen.

Mitarbeiterin am PCNur selten sieht man Frauen in der IT – liegt es am Image?

Aber warum haben sich die Frauen im Laufe der Zeit immer mehr von der Informatik abgewandt? Zu schlecht in Mathe, keine Lust auf Nerds, Angst davor, sich zu blamieren – es gibt für Frauen viele Ausreden, einen Bogen um Informatik zu machen.
Ich glaube vielmehr, dass die Informatik ein Imageproblem hat. Programmierer, das sind für viele immer noch kontaktscheue Männer mit Pizzakartons und langen schwarzen Mänteln.

Architektur zum Beispiel ist ebenfalls ein sehr technisches Fach, aber die Architekten verkaufen sich einfach besser. Die IT hinkt da noch total hinterher. Dabei sind Programmierer heute auch Projektmanager, die in einem agilen Umfeld offen und kommunikativ sind. Und Programmieren kann auch bunt, kunstvoll und spannend sein. Eine Webseite zu bauen ist eigentlich relativ einfach. Da hat man gleich ein Erfolgserlebnis und Frau kann auch ihre kreativen Ideen einbringen. Die perfekte Einstiegsdroge zum Programmieren.

Aktiv werden!

Es gibt verschiedene Initiativen vom Bund oder in den Unternehmen mit den Ziel, mehr junge Frauen für die MINT-Berufe (Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu gewinnen. Und genua wäre nicht genua, wenn wir da nicht auch aktiv wären und versuchten, Frauen an den Computer zu bringen. So bietet genua zum Beispiel jedes Jahr technikinteressierten Mädchen die Gelegenheit, am "Girls' Day"  einen Tag lang in die Welt der Informatik zu schnuppern. Diese Veranstaltung erfreut sich wachsender Beliebtheit und ist auch dieses Jahr – am 25. April – mit 14 Teilnehmerinnen bereits wieder ausgebucht.

Ich habe einmal zwei Kolleginnen in den technischen Abteilungen Product Care und Produktentwicklung gefragt, wie sie bei genua den Arbeitsalltag in einer männerdominierten Branche erleben: "Die Zusammenarbeit klappt gut und ich habe immer das Gefühl, dass sie sich auch freuen, dass mal eine Frau im Büro auftaucht". So kontaktscheu scheinen die Kollegen dann ja gar nicht zu sein?! Bei genua nicht, und woanders  wahrscheinlich auch nicht.

Also, Ihr technikaffinen Zweiflerinnen da draußen: Werft Eure Vorurteile und Bedenken über Bord und haltet Einzug in die IT-Welt! Oder wie es die andere Kollegin, die in der Ukraine Informatik studiert hat, formulierte: "So I'd better ask other females what are the reasons for NOT to work in IT?"

 

Bildquelle:  © yvart / Fotolia.com


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