Kryptorätsel Teil 2: Der Komponist und das Mädchen

Kryptorätsel Teil 2: Der Komponist und das Mädchen

Der Komponist Edward Elgar hatte vor vielen Jahren ein ziemliches Problem: Er war nämlich verliebt. Seine Angebetete Dora Penny hatte – auch wenn das geschichtlich nicht 100 Prozent gesichert ist – wohl auch Gefühle für Edward. Eigentlich passte also alles zusammen. Eigentlich. Wenn sie nur nicht in der Zeit gelebt hätten, in der die zwei lebten. Doch dies ist nur die Vorgeschichte zu unserem zweiten Kryptorätsel!

Das bekannteste Stück aus Elgars Feder ist der Marsch "Pomp and Circumstance". König Edward VII wählte ihn (mit anderem Text unterlegt als "Land of Hope and Glory") für seine Krönungsfeierlichkeiten aus. Der Marsch wurde so zur regionalen Hymne und fast so bekannt, wie die offizielle Nationalhymne "God Save the Queen".

Geheime Gefühle

Edward Elgar war 17 Jahre älter als Dora Penny und für eine Beziehung der zwei war das gesellschaftliche Leben im erzkatholischen England einfach nicht reif. Heute noch werden Paare mit größerem Altersunterschied komisch angeschaut, Ende des 19. Jahrhunderts hätten sich die beiden aber wohl nicht mal auf die Straße trauen können. Elgars berufliche Karriere wäre zu Ende gewesen und er hätte es nie als Konterfei auf die 20-Pfund Note geschafft – auf der ihn der spätere Premierminister Gordon Brown jedoch noch als Schatzmeister durch einen Wissenschaftler ersetzen ließ.

Aber ... was steht denn nun drin?

Achtung: Die Geheimschrift von Edward Elgar brauchen Sie nicht zu knacken. Entschlüsseln Sie die Ansichtskarte unten!

Im Jahre 1897 fasste sich Edward Elgar ein Herz und schrieb Dora einen Brief. Einen Liebesbrief. Eventuell. Vermutlich. Man weiß es nicht. Niemand weiß das. Selbst Dora Penny konnte ihn nicht lesen. Der Brief ist in einer geheimen Schrift geschrieben. Seltsame Zeichen aus einem bis drei Schnörkeln, die in eine von acht Richtungen zeigen. Mit diesen 3 x 8 Zeichen lassen sich 24 Buchstaben eines verkürzten Alphabets darstellen. Man muss nur wissen, welches Zeichen für welchen Buchstaben steht. Dora wusste es nicht und sie fragte Edward 37 Jahre lang – bis zu dessen Tod im Jahre 1934 – auch nicht danach. In ihren erstmals 1937 veröffentlichten Erinnerungen an Edward Elgar schreibt die mittlerweile anderweitig verheiratete Dora Powell, dass sie gerne wissen möchte, was in den drei ominösen Zeilen steht.

Fachleute und Organisationen wie die American Cryptogram Association nehmen sich daraufhin der Geheimschrift an und versuchen sie mit allen Mitteln zu knacken. Sie schafften es nicht. Bis heute. Selbst öffentliche Aufrufe mit ausgelobtem Preisgeld der Edward-Elgar-Stiftung bringen keinen Erfolg.

Ungelöster Fall

Dora Mary Powell, geborene Penny, starb im Jahre 1964. Sie hat nie erfahren, was ihr Edward Elgar geschrieben hat. Bis heute sind die drei Zeilen der Dorabella-Chiffre ein Geheimnis. 2012 schlug ein gewisser Tim Roberts einen zwar sinnfreien, aber weitgehend passenden Satz als Lösung vor. Diese ist unter Fachleuten jedoch größtenteils umstritten.

Die Dora-Bella-Chiffre gilt daher bis heute als ungelöst und als eines der Top-10 Rätsel im Bereich historischer Kryptografie. Und auch wenn der Brief einen wunderbaren zweiten Teil des Kryptorätsels von genua abgegeben hätte, wollen wir die ausgelobten Preise ja auch mit dem größten Vergnügen an Sie ausgeben.

Aus diesem Grund haben wir eine Postkarte mit einer Liebesbotschaft für Sie herausgesucht. Diese sollen Sie knacken – und wir versprechen, dass sie auch wirklich von jedem lösbar ist!

Entschlüsseln Sie die Ansichtskarte und gewinnen Sie beim Kryptorätsel!

Um diese Ansichtskarte geht es (Vergrößerung per Mausklick). Als Lösung reicht uns der Name des Absenders.

Wie bei dem Brief an Dora Penny besteht die in der Postkarte verwendete Schrift ebenfalls aus Zeichen, die in eine Richtung zeigen (offen sind) und eine Wertigkeit von eins bis drei haben (dargestellt durch Punkte). Fachleute erkennen sofort die Ähnlichkeit zu der ein oder anderen Chiffre, die die Freimaurer verwendet haben. Ob das eine Hilfe bei der Lösung ist? Oder eher doch die Tatsache, dass der Schreiber drei grundlegende Fehler begeht, die einem bei der Lösung helfen?

Jetzt miträtseln & gewinnen!

In jedem Fall lohnt es sich mitzumachen, denn es geht um eine geheime Botschaft und die Teilnahme an unserem Gewinnspiel: Spannende Bücher, eine Binär-Uhr und ein Hauptpreis, der unter denjenigen Teilnehmern verlost wird, die unsere zwei Rätsel im Advent richtig gelöst haben, warten auf Sie.

Sie haben die Verschlüsselung bereits geknackt? Glückwunsch, dann haben Sie die zweite von zwei Aufgaben unseres Gewinnspiels erfolgreich gelöst!

 

Unser Gastautor Tobias Schrödel ist bekannt durch seine Fernsehbeiträge zu Stern TV und seine Live-Vorträge über die dunkle Seite der Computertechnologie. Auf der Bühne und in seinen Büchern erklärt er technische Systemlücken und Zusammenhänge für jeden verständlich und lässt dabei auch den Spaß nicht zu kurz kommen. In seinem Blog schreibt er regelmäßig über neue Technik-Themen: Verständlich und stets mit einem Augenzwinkern.

Bildquelle: Gina Sanders - Fotolia.com


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