Von der Azubine zur Ausbilderin

Von der Azubine zur Ausbilderin

Im Herbst 2008 startete ich meine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation bei genua. Im Frühjahr 2011 beendete ich sie erfolgreich. Und ein halbes Jahr später hatte ich auch schon meinen Ausbilderschein von der Industrie- und Handelskammer in der Tasche. Seitdem darf ich junge Leute in der Marketingkommunikation ausbilden. Bevor ich diese Aufgabe bei genua komplett übernommen habe, machte ich mich zunächst als Mentor damit vertraut – und das war gut so.

Kann eine – zu der Zeit 22-Jährige – wirklich schon die Verantwortung tragen, um auszubilden? Natürlich fehlte mir damals noch eine gewisse Berufs- und Lebenserfahrung. Deshalb habe ich auch nicht sofort 2011 die Ausbilder-Position für unsere beiden neuen Marketing-Azubis Steffi und Bernhard übernommen.

Über den Zwischenstopp "Mentor" zur eigenständigen Ausbilderin

Stattdessen wurde ich zunächst als "Mentor" in die Ausbildung integriert. Damit war ich die Schnittstelle zwischen unserem Gruppenleiter – dem Ausbilder, und unseren Azubis. So konnte ich sehr gut in diese Aufgabe "hineinwachsen". Denn ich war nicht nur die erste Anlaufstelle für unsere Azubis wenn es Probleme gab, sondern wurde immer mehr mit den Aufgaben eines Ausbilders bei genua vertraut gemacht. Anfangs war ich tatsächlich nur "Kommunikator" zwischen Azubis und Gruppenleiter. Doch dann ging es sehr schnell: Ich beteiligte mich an Probezeit-, Gruppen-, und Jahresendgesprächen und hatte hier auch immer Mitspracherecht. Bald kümmerte ich mich um externe Praktika für die beiden und koordinierte die Abteilungswechsel innerhalb der Firma genua.

Da ich selbst mal Azubi war, weiß ich, dass die Hemmschwelle oft sehr groß sein kann, wenn der Ausbilder zugleich Gruppenleiter ist. Vor allem wenn man neu ist und nichts falsch machen will, sagt man lieber gar nichts – auch wenn es nötig wäre. Mit mir als Mentor hatten Steffi und Bernhard nun eine Vertrauensperson, die nicht viel älter war als sie selbst und zu der das Verhältnis dadurch eher freundschaftlich war. So konnten sie offener ansprechen, wenn ihnen in der Ausbildung etwas fehlte, wenn sie Wünsche oder auch Probleme hatten. Davon profitierten die beiden ebenso wie genua als Ausbildungsbetrieb.

Gutes Teamwork: Mentorin und AzubineGutes Teamwork: Mentorin und Azubine

Die Grenze zwischen Freundschaft und Ausbilderverpflichtung

Ist man gerade mal drei Jahre älter als die Azubis und noch dazu am Anfang "des richtigen Berufslebens", ist die Grenze zwischen Freundschaft und Ausbilderverpflichtung sicher nicht zu locker zu sehen. Im Gegenteil: Dies war tatsächlich meine größte Sorge. Wie gehe ich mit den Azubis um, damit sie mich zwar als Mentor – und damit als wichtige Person ihrer Ausbildung, die natürlich auch einmal unangenehme Themen anspricht – respektieren, aber das Verhältnis zueinander nicht distanziert ist. Und meine persönliche Antwort ist nun: Es kommt in erster Linie darauf an, wie die Azubis ticken. Sind sie fähig, freundschaftlich mit dem Mentor/Ausbilder umzugehen und trotzdem ganz klar die Grenze zu dessen Funktion zu ziehen, so spricht rein gar nichts gegen eine freundschaftliche Basis. Zugegeben, ab und zu musste ich diese Grenze "betonen" – aber das waren eher Ausnahmen, und das ist mir auch sehr recht.

Es ist soweit: Ab September bilde ich aus

Schließlich konnte ich unserem Gruppenleiter beweisen, dass ich der Aufgabe als Ausbilder gerecht werden kann. Es hat ihn überzeugt, wie ich mit den Azubis umgehe, sie unterstütze und mich gegebenenfalls auch durchsetzen kann. Anfang September kommt eine neue Auszubildende ins Marketing und dann werde ich die Rolle des Ausbilders komplett übernehmen – ich bin gespannt und freue mich sehr darauf.

Mentor sein lohnt sich

Die Zeit als Mentor war super für mich. Ich würde jedem diesen Zwischenschritt empfehlen, der genau wie ich schon sehr früh Interesse am Ausbilden hat. Denn man bekommt nicht von jetzt auf gleich die komplette Verantwortung auf die Schultern geladen. Und: Man kann ausprobieren. Zum Beispiel, wie man später als Ausbilder am besten auf Azubis zugeht oder Probleme während der Ausbildung löst – schließlich lernt ein Azubi, und dazu gehören auch Fehler.

Als nächstes habe ich vor, mich bei der IHK als Prüfer anzumelden. Das ist eine super Möglichkeit, immer auf dem Laufenden zu bleiben – denn vor allem im Marketing ändert sich ja ständig was. Bis es soweit ist, wird aber noch ein Weilchen vergehen. Und dann wird es auch im genublog wieder was zu lesen geben.

Lesen Sie auch: Ausbildung: Schon ist das erste Jahr vorbei!


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